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70. Jahrestag der Zerstörung Würzburgs

  • 15 000 Menschen am Montagabend in Würzburg- schweigend beim zwanzigminütigen Glockenläuten. (Foto: Jochen Wobser)

  • An amazing resource about the attack on Wuerzburg.

    br.de/nachrichten/un…

    In German, I'm afraid, but very educational.
  • Bilder eines eindrucksvollen Tages. Die BR-Galerie des 16. März 2015 ist jetzt um die Bilder des Abends erweitert:

    Bilder aus Würzburg: Eindrücke des Gedenkens an den 16. März 1945 | BR.de

    Am 16. März 1945 legte ein Bombenangriff die Würzburger Innenstadt in Schutt und Asche. 70 Jahre später gedenkt die Stadt der Zerstörung und der Toten - und sendet ein Signal für Versöhnung und Frieden aus.
  • 16. März 1945, 21.20 bis 21.40 Uhr. Innerhalb 20 Minuten wurde vor 70 Jahren meine Heimatstadt Würzburg von den... fb.me/6uB3t54ox
  • Die Pressestelle der Stadt meldet:
    "15.000 Menschen gedenken der Opfer vom 16. März 1945

    Zum 70. Jahrestag der Zerstörung Würzburgs haben sich rund 15.000 Menschen versammelt. Während des Glockenläutens zwischen 21.20 und 21.40 Uhr bildeten sie ausgehend vom Domvorplatz bis ans Ende der Domstraße und weit in die angrenzende Plattner- und Schönbornstraße hinein ein Lichtermeer als Zeichen gelebter Erinnerung. In einer kurzen Ansprache nach dem Glockenläuten mahnte Oberbürgermeister Christian Schuchardt: „Es gibt keinen Grund einen solchen Krieg auf der Welt anzurichten und wir alle tragen Verantwortung daran, dass es nie wieder dazu kommt.“
  • 22.10 Uhr.
    „Meine Mutter stand schon am Eingang des Kellers, als ich mit meiner Schwester Ina und den Letzten von unserer Familie herauskam. Ich höre mein Leben lang, wie sie sagt: ‚Sind wir nicht reich, wir sind alle gerettet!’ Unser Haus stand in Flammen, und aus dem Schlafzimmerfenster meiner Eltern flatterten brennend die grünen Vorhänge. Ringsum brannte alles.
    Wir gingen in Richtung Luisengarten. Dort war noch Wasser im Brunnen und wir machten unsere Mundtücher nass, um besser schnaufen zu können. Alle Häuser in der Rottendorfer Straße brannten lichterloh. Ein stürmischer Wind trieb die Funken durch die Straßen und groß war die Hitze. Es war die Hölle.
    Auf dem Rasen beim Brunnen im Glacis lagen verwundete Soldaten, die man aus dem Lazarett im Realgymnasium, dem heutigen Siebold-Gymnasium, hierher gebracht hatte. Die Schwestern aus der Theresienklinik brachten auf Bahren neugeborene Säuglinge. Bischof Matthias Ehrenfried lief in Hausschuhen völlig durchgedreht am Brunnen herum.
    Die ersten Häuser stürzten auf die Straßen. Ständig sprangen Pferde ganz wild durch die Menschen. Die Bäume fingen an zu brennen.“
    (Martha Nüßlein, 7, Erinnerungen)

    Zeichnung: Gerhard Rott

  • WÜRZBURG, 16. MÄRZ 1945
    - Leidvolle Bilder der zerstörten Stadt Würzburg -
    - Lichter der Hoffnung -
    „Das Verdrängen und Vergessen verhindert Versöhnung
    und ohne Versöhnung ist eine gute gemeinsame Zukunft nicht möglich.“
    Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU)

    Foto: Quelle: wuerzburgwiki.de
    Foto: bpb.de
    Foto: Quelle:würzburg-fotos.de

  • Gelesen soeben in facebook eine Nachricht aus Österreich: "Das ist meine Wahlheimat und Weinheimat auf die ich unheimlich stolz bin. Auch in Wien läuft mir ein Schauer über den Rücken, wenn ich Würzburg seh. Mahnläuten in einer Stadt durch Krieg zerstört, sollte nicht mehr aufgebaut werden, aber durch den Willen und Optimismus der Würzburger wieder aufgebaut Weltoffen, schön und menschlich groß."
    Click to view Facebook Video
  • 22.40 Uhr,
    „Wir hasteten durch den ersten Bogen der Alten Mainbrücke in Richtung Löwenbrücke. Es war ein großer Strom von Menschen, der sich hier drängte, Schwestern aus den Lazaretten, die die Verwundeten in Krankenstühlen vor sich herschoben oder versuchten, sie zu stützen oder teilweise trugen, Frauen mit Kinderwagen. Teilweise lagen Leute am Boden, es war furchtbar.
    Der Sturm wurde immer stärker, der Funkenflug heftiger. Viele ließen sich einfach am Mainufer nieder, da sie zu alt waren um weiterzulaufen oder unter Schock standen.“
    (Wolfgang Schlage, 9, Erinnerungen)

  • 22.45 Uhr
    „Nach dem Angriff schickte meine Mutter den Vater zum Nachsehen nach draußen; auch andere gingen raus aus dem Keller. Der Vater kam nicht mehr zurück. Wir warteten noch eine Stunde im Keller. Dann kam der Luftschutzwart zu uns: ‚Was macht ihr noch hier? Sofort raus’, rief er.
    Meine 66-jährige gehbehinderte Mutter und ich folgten ihm gleich. Doch was uns am Ausgang erwartete, war schrecklich. Ein einziges Flammenmeer. Wir weigerten uns. ‚Nein, da hinaus gehen wir nicht’, sagte ich panisch. Ich war in diesem Augenblick bereit, im Keller zu sterben. ‚Da draußen’, so dachte ich, ‚überlebe ich nie.’
    ‚Sie müssen!’, befahl der Luftschutzwart und stieß uns ins Freie.
    Die Hitze war unvorstellbar. Das Feuer ging um wie ein Wirbelwind. Schon auf Höhe der Eichstraße konnte ich nicht mehr. Ich bekam keine Luft mehr, blieb dazu im flüssigen Straßenbelag stecken. Ich habe nur noch um Hilfe geschrien, so laut es ging.
    Plötzlich kam ein Soldat aus dem Glacis zu uns gerannt. Er nahm mir unsere Köfferchen ab, zog und zerrte mich und Mutter an den Armen mit ins Glacis. Ohne ihn wären wir sicher verbrannt.
    Der Vater aber war nicht bei uns. Meine Mutter jammerte, ‚wo ist der Vater?’ Sie hatte Angst um ihn.“
    (Irmgard Sahlender, 20, Erinnerungen)
  • Würzburg, 16. März 2015, 22h39. Ein beeindruckender Gedenktag geht zu Ende. Eines muss bleiben: Nie. Wieder. Krieg.

  • fbcdn-vthumb-a.akamaihd.net Glockenläuten am Dom - sehr beeindruckend
  • 21.48 Uhr.
    „So plötzlich wie es begonnen hatte, war alles vorbei. Die Lichter verschwanden vom Himmel, die Flugzeuge waren weg, wir lebten. Wir konnten aufstehen und zu unserer Hütte zurückgehen.
    Würzburg verbrannte in einem Meer von Flammen. Riesige Wolken aus Feuer und Rauch stiegen aus der Stadt empor, sogar der Wald über uns brannte. Ein Sturm, so stark wie ein Orkan, tobte.
    Die ganze Nacht ließen die Detonationen der Zeitbomben unsere kleine Hütte erzittern, und die ganze Nacht kauerten wir da, so schreckerfüllt, dass wir nicht reden konnten.“
    (Ortrun Koerber, 20, Tagebuch)

    Aquarell von Heinz Schnarrenberger aus dem Jahr 1948

  • Würzburg, Du stehst still.

  • 22.05 Uhr.
    „Wie zu einer Salzsäule erstarrt schaute ich von der Steinburg auf die brennende Stadt. Ein einziges Flammenmeer. Meterhohe Flammen loderten aus den Fenstern, ein unbeschreiblicher, schockierender Anblick.“
    (Tilly Kupper, 20, Erinnerungen)

    Der Künstler Fried Heuler erlebte den Angriff auf dem Weg von Würzburg zu seiner Veitshöchheimer Wohnung am Steinberg. Er malte das Aquarell, die einzige authentische künstlerische Darstellung des brennenden Würzburg, noch in derselben Nacht. Das Bild befindet sich heute im Mainfränkischen Museum.

  • ... Bis zu 2000 Grad Celsius soll die Hitzeentwicklung gewesen sein, vor allem in den engen Innenstadtgassen. Überlebende sprechen von orkanartigen, glühend heißen Stürmen, die den Sauerstoff zum Atmen nahmen. So finden auch viele Menschen in ihren zumeist provisorisch eingerichteten Luftschutzräumen durch eindringenden Rauch den Tod. Andere werden von herabfallenden Gebäudeteilen erschlagen oder verbrennen bei lebendigem Leib ...

    Am Abend des 16. März 1945 verwandelt sich die „barocke Perle am Main“ zum „Grab am Main“. Rund 300 englische Jagdbomber entfachen mit ihren über 360 000 Stabbrand- und über 200 Sprengbomben einen Glutofen, bei dem 4500 Menschen ihr Leben verlieren.

    Die Geschichte des 16. März 1945 im Sonntagsblatt: bit.ly

    Bild: "Auszug aus dem Juliusspital - Vertrauen auf Gottes Gegenwart" aus dem Zyklus "Die Zerstörung Würzburgs" von Wolfgang Lenz - Diözesanarchiv Würzburg

  • Lichterkreuz zum Gedenken an den 16. März 1945

  • ... Es wird noch über drei Wochen dauern, bis die letzten Brandnester gelöscht sind.

    Am Abend des 16. März 1945 verwandelt sich die „barocke Perle am Main“ zum „Grab am Main“. Rund 300 englische Jagdbomber entfachen mit ihren über 360 000 Stabbrand- und über 200 Sprengbomben einen Glutofen, bei dem 4500 Menschen ihr Leben verlieren.

    Die Geschichte des 16. März 1945 im Sonntagsblatt: bit.ly

    Bild: "Das Maryrium von St. Laurentius in Heidingsfeld" aus dem Zyklus "Die Zerstörung Würzburgs" von Wolfgang Lenz - Diözesanarchiv Würzburg

  • fbcdn-vthumb-a.akamaihd.net Ein paar Eindrücke vom Gedenken, nach dem Konzert im Würzburger Dom.
  • 22.25 Uhr.
    „Ich stieg ein paar Stufen in den Weinberg hinab und lehnte mich an eine Weinbergsmauer. Über allem lag eine mir unerklärliche Totenstille, kein Laut drang an mein Ohr. Einmal kam es mir vor, als sei es keine Wirklichkeit und ich stehe in einem Museum vor einem großen Gemälde.
    In diese Stille hinein kam plötzlich vom Schlachthof her ein mir durch Mark und Bein gehender, kurzer, laut aufbrüllender Schmerzensschrei. Dann hörte man etwa vom Main her, vielleicht von der starken Hitze ausgelöst, für mich herzzerreißend, wie eine Glocke zarte, wimmernde und jammervolle Töne von sich gab, die wie weinend und wehklagend über die brennende Stadt hinzogen.
    Es war wie ein schmerzliches Abschiednehmen, das mit einem dumpfen Aufschlag endete.“
    (Tilly Kupper, 20, Erinnerungen)

    Gemälde von Josef Scheuplein.

  • 22.30 Uhr.
    „Es war in Würzburg bekannt geworden, dass die Royal Air Force noch in der gleichen Nacht einen... fb.me/2w9eMRaW1
  • Blick aus dem Glockenturm des Doms, einige Zeit vor Beginn des Mahnläutens. Wenig später war die Domstraße bis hinunter zum Vierröhrenbrunnen gefüllt. Danke an BR-Kameramann Frederic Gerth für diese Aussicht von ganz oben.

  • 15.000 waren es - so die Aussage von Christian Weiss, Pressesprecher der Stadt Würzburg.

  • Das Glockengeläut der Würzburger Kirchen erinnerte eindrucksvoll, lautmalerisch u mahnend an den schrecklich Luftangriff auf #Würzburg!
  • Für alle Opfer des 16.März 1945. #Wuerzburg wird euch nie vergessen und das Gedenken nicht Ewiggestrigen überlassen. ow.ly/i/92BFd
  • In my mind, I hear the church bells sound in Würzburg, a reminder of the futility of war buff.ly/1EKLOkG http://pbs.twimg.com/media/CAPsUVcWQAIrnlF.png

  • Jährlicher Gänsehautmoment wenn um 21:20 alle Glocken in Würzburg das läuten. Und heute unvorstellbar was vor 70 Jahren passiert ist
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