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ARD-Spielfilm: Ein Teil von uns

16.11.2016

    Der Film war toll gemacht. Die Schauspieler haben die Szenen sehr realistisch gespielt. Sehr schlimm ist es in der Tat für die Angehörigen von psychisch Kranken. Sie werden in der Tat alleine gelassen, wenn sich die Familie von der Kranken abkehrt. Wenn auch noch der Vater sich trennt und die Kinder alleine mit der Mutter gelassen werden, ist das sehr schlimm für die Kinder. Zum Glück gibt es den Sozial Psychiatrischen Dienst in Hamburg und die Amtsrichter, die eine Betreuung auch gegen den Willen der psychisch Erkrankten ausstellen kann. Um das Leben, dann weiterlaufen zu lassen bedarf es in der Tat eine Wohnung, in der die Person dann leben kann und auch dort betreut werden kann. Der Film hat das so authentisch wiedergegeben. Die Situationen mit einer Kranken kann sehr schlimm sein. Was sollen Kinder machen, wenn die Mutter von der Polizeit nach Hause gebracht werden, weil sie umherirrt und wirres Zeug redet? Ich möchte mich bei der Drehbuchautorin und den anderen beteiligten Personen bedanken für den Film.
    @Alex: Das Ergebnis unserer Recherche war, dass es für obdachlose Frauen mit Bedarf nach therapeutischer Betreuung auch in München viel zu wenig Unterbringungsmöglichkeiten gibt. Und für Menschen wie Irene, bei denen die Krankheit schon sehr weit fortgeschritten ist, gibt es fast keine langfristigen Möglichkeiten.
    Frau Bernstorff :
    Ein ganz heisse Thema wäre ein Film über das fetale Alkoholsyndrom (FAS), ein Thema das derart totgeschwiegen wird dass es fast unbekannt ist. In ganz Deutschland gibt es 2 Fachärzte dafür. Wartezeiten : teilweise mehrere Jahre. Die Pflegeeltern werden im Stich gelassen ohne Ende.
    Das wäre was.
    Ein ganz toller Film. Ich habe selten eine so wirklichkeitsnahe Darstellung gesehen! Aber warum macht man aus diesem Thema keinen ganzen Abend mit anschließender Expertenrunde, Betroffenen und Hilfsangebote? Hier hat die ARD eine ganz große Chance sich zu profilieren. Es gibt noch so viele Themen, die man behandeln könnte. Da könnte Fernsehen wieder an Format und Tiefe gewinnen und Menschen, die von der jeweiligen Problematik betroffen sind, wirklich weiterhelfen und andere vielleicht motivieren sich ehrenamtlich zu engagieren und ihrem Leben einen Sinn zu geben. Reiche Menschen, die in Luxusvillen leben, sind dagegen total langweilig. Die haben wir 50 Jahre zur Genüge gesehen.
    Danke für Eure Reflexionen und Kommentare auf meine Beiträge - die Schauspieler autentisch und wirklichkeitsnah. Emotional war der Film für mich kaum auszuhalten.
    aus der Erfahrung als gesetzliche Betreuerin ( u.a auch für Suchtkkranke) kann ich nur sagen, diese Menschen brauchen mehr als einen ENTZUG ... die sind oft so "verloren" in ihrem Dasein, dass sie wie "Ertrinkende" wild um sich schlagen, dabei die Helfer sogar auch "gefährden" und es erfordert wie bei der Erziehung eines Kindes (lt afrikan. Sprichwort) EIN GANZES DORF, damit diese Menschen wieder Boden unter die Füsse bekommen... z.B. kenne ich eine Gemeinschaft in der Nähe von Marburg, wo solche Menschen erfolgreich zurück in ein verantwortliches Leben kehren und sinnvolle Arbeit ihnen hilft ( z.B. Bio-Landwirtschaft mit eigenem Verkaufsladen und sogar noch Umzugsservice-Angebote).
    Wenn aber die Psychische Erkrankung ursächlich ist, dann benötigen sie eher "beschützende" Orte mit vielen kompetenten Helfern und notfalls auch Medikamente, das Problem ist nur, der MAKEL, der mit einer normalen Psychiatrie assoziiert wird, kann verhindern, dass diese Hilfe angenommen wird... vorallem der Verlust von "Freiheit" ist das größte Problem... es ist viel Beziehungsarbeit erforderlich, dass jemand sich in eine Betreuungseinrichtung begibt.. leider sind dort auch nicht ausreichende Hilfen gewährleistet... und ein Wechsel des Ortes und des Betreuers ( der dann meist ansteht) ist manchmal nicht so günstig... denn eines habe ich aus der Arbeit gelernt:
    es entsteht viel NÄHE zwischen Betreutem und einem ehrlichen und engagierten Betreuer... wenn die Persönlichkeiten miteinander klar "harmonieren" kann man einiges erreichen, selbst wenn der Betreute dauernd "herummosert" ( Sie sind nicht gut für mich!) hört man doch auch öfters indirekte Anerkennung oder Sympathie ( durch die Angehörigen), wenn es zu einem Betreuerwechsel kam... und ich konnte mich nie menschlich völlig "distanzieren", da ich spürte, dass solche Menschen oft eine hohe Sensibilität haben... sie halten unsere Lebenswelt oft einfach nicht "nüchtern" aus ...und sind sehr verzweifelt über sich selbst ( machen sich viele Vorwürfe).
    Allerdings ist wichtig zu sehen, dass die größte Verantwortung eines Menschen darin liegt, SICH HILFE ZU HOLEN, wenn es ihm auch schwer fällt.. niemand ist auf dieser Welt AUTONOM, wir alle brauchen einander als HILFE uns selbst besser zu verstehen und zu lernen, ohne Drogen oder gefährliche stimmungsbeeinflussende Dinge das Leben in all seinen Risiken und Freuden zu lieben... auch wenn es gelegentlich SEHR WEH TUT !
    @vero: Ich glaube die Darstellung von Jutta Hoffmann ist eben gerade deswegen so großartig, weil sie sich auf keine Diagnose reduzieren lässt. Sie hat wahnhafte Zustände, aber sie ist eben auch eine verletzliche, trotzige und auch starke Persönlichkeit, die nicht ins System passt und um Würde kämpft.
    Liebe ARD, Ihr weist in Eurer Überschrift auf Hilfe für Suchtkranke Betroffene hin, wie wär es demnächst auch mit einem Verweis auf Hilfe für die Betroffenen Kinder?
    von Jeannylie bearbeitet von Spielfilm ARD 2 11/16/2016 9:30:43 PM
    Übrigens gilt das Kompliment für die schauspielerische Leistung nicht nur Brigitte Hobmeiser, sondern auch Jutta Hoffmann -einfach große Klasse.
    Warum diskutiert man nicht die Gründe für die Alkoholsucht der Mutter?
    Der Vater der Kinder macht ja keine gute "Figur"- hat sich eine Neue angelacht und stiehlt sich aus der Verantwortung.....
    @Kann man nach einem solchen: Die Tochter ist nicht wirklich coabhängig, denn sie deckt das Verhalten der Mutter nicht und ihre Wohnungslosigkeit auch nicht. Sie sucht ganz gezielt Hilfe - sowohl professionell wie in der Familie und wird leider alleine gelassen.
    Die mögliche psychose der mutter, dien sichert als Selbstschutz um den Tatsachen nicht ins Auge sehen zu müssen. Als ventil...für alles was sie passieren ließ und ihr selbst widerfahren ist.
    Dieser Film beleuchtet das erste Mal das seelische Innenleben der Angehörigen inkl. ihrer Ohnmacht ggüber des Sozialsystems. Ich, als Sohn einer psych. erkrankten Mutter, konnte die Scham, das schlechte Gewissen und die Wut der Darstellerin so mitfühlen... Leider gibt es zu wenig Hilfe für Menschen, die nebst der "abgestürzten Eltern" ihr Leben stärken können. Es muss mehr für Angehörigenarbeit getan werden! Du solls ja "Mutter und Vater ehren" und unterstützen...nur das geht ab einem inneren Zeitpunkt eben nicht mehr... Ein Zwiespalt... besonders wiedermal zur Adventszeit... :-(
    Ich muss Marion unbedingt zustimmen. Das Thema hätte einen Themenabend verdient.
    Marion ich stimme mit Ditr überein.
    @tagesfrau: Vielen Dank für diese wertvollen Einblicke!
    Hallo, ich bin von dem Film tief berührt worden. Die Kommentare zeigen, dass ganz viele Menschen ähnliche Dinge erlebt haben. Ich möchte gerne etwas Ermutigendes weitergeben. Durch meinen Glauben habe ich erlebt, dass es Auswege und Hoffnung gibt wo man menschlich gesehen nicht mehr weiß, was man machen soll. Das klingt vielleicht plakativ, aber es ist das, was ich erlebt habe bei mir und bei anderen. Ich habe wirklich überlegt, wie ich das hier reinschreiben soll, denn ich möchte nicht, dass es so aussieht als würde ich Ihre Erfahrungen nicht ernst nehmen.
    Ich kann nur einladen, Christus zu suchen und sein Leben an ihm fest zu machen, der heute noch Wunder tut. Einen schönen Abend noch!
    Selten hat mich ein Film so bewegt wie dieser,wir leben in einer eiskalten Gesellschaft voller Seelischer Krüppel.Und die Opfer?Am Ende des Films kam gleich die Werbung zur Bambi Verleihung,bei so viel Sensibilität der könnte ich Kotzen.
    @MirkoGeppert: Da hast Du leider recht, hier wurde wirklich nicht sehr sensibel reagiert. Es wird leider nie unterschieden, welcher Film lief.
    @Marion
    Genau das denke ich auch - einen Themenabend zu machen
    der Film gehört in eine Experten Talkrunde und sollte für einen Preis vorgeschlagen werden die Diskusion würde auch für viele Hilfe bedeuten. Hilfe wie man sich verhalten kann. Denn der Tochter wurde keine Hilfe gegeben nur Abweisungen nach dem Muster bin nicht zuständig. Viele Flüchtlingsunterkünfte stehen leer und würden gute Domiziele bieten.
    @Angehöriger: Es ist wichtig für betroffene Angehörige, dass sie sich nicht schuldig fühlen an der Situation. Dazu ist es u.U. nötig, sich therapeutische Hilfe zu holen. Es ist durchaus hilfreich, sich von der betroffenen Person abzugrenzen - auch wenn es noch so schwer fällt.
    @Angehöriger: Kein Zwiespalt, und bitte, bitte von "Vater und Mutter ehren" freimachen... der Sohn hat es im Film richtig gemacht... das eigene Leben ist wichtiger.
    Der Film hat mich sehr bewegt und ich finde ihn sehr einfühlsam und vielschichtig.
    Mit einem psychisch Kranken und suchtgefährdeten bzw. abhängigen Menschen aufzuwachsen macht sehr einsam, denn die eigene Psyche reguliert den Anteil des Angehörigen bis zum einem gewissen Grad und gerät selbst aus dem Lot.
    Gut fand ich den Moment, als er sagte: Hast Du sie denn schonmal bei Dir untergebracht und sie erschöpft entgegegnet, was glaubst denn du. Es gibt tatsächlich sehr viele Menschen, die nicht mit derlei Schwierigkeiten aufwachsen und denken, sie könnten da doch mal einen Ratschlag platzieren oder sagen "Bist Du da nicht etwas hart?"
    Es ist nicht schön, hart sein zu müssen. Es ist nicht schön, einem Menschen dabei zuzuschauen, wie er sich selbst zerstört. Es ist nicht einfach mit all der Wut, den Schuldgefühlen, der Traurigkeit und Angst der Mensch zu sein, der man gerne wäre.
    @Mona: Das sehe ich auch so. Auch psychotische Zustände sind nicht einfach "verrückt", sondern zu verstehen. Im Fall von Irene haben psychotische Zustände es möglich gemacht, zu überleben und Dinge auszuhalten, die eigentlich nicht zu ertragen sind. Genau, wie Du sagst, sowohl die Dinge, die sie erlitten hat, als auch die eigenen Schuldgefühle.
    @Esther, es gibt unendlich viele Missstände in unserem Land. So viel Zeit und Geld und gute Filmemacher kann die ARD gar nicht aufbringen. Was folgt nach einem Aufschrei, der durch so einen guten und realistischen Film hervorgerufen wurde?
    NICHTS, weil es die meisten nicht interessiert. Man hat in der Gesellschaft als kleines Rädchen zu funktionieren. Funktioniert man nich mehr, dann wird man als Kranker behandelt. Niemand kommt psych. krank auf die Welt. Es sind die Umstände, auch die kaputte Familie ist oft die Ursache. Macht weitergute Filme und zeigt diese auch den Entscheidungsträgern, die wegschauen oder verdrängen. Untersucht die Ursachen der Krankheiten. Sorgt für eine Lobby für die Betroffenen. Es braucht noch mehr solcher guter Filme. Niemand will es wahr haben, außer er ist selbst betroffen. Weiter so.....gut gemacht
    @Peter-Uwe Becker: Eine leerstehende Flüchtlingsunterkunft kann kein Platz für einen psychisch kranken Menschen sein.
    @MirkoGeppert
    Du hast leider recht! Wie im wirklichen Leben...weiter gehts...
    Ich bin auch der Meinung, dass man im Anschluss einen Expertenabend im TV hätte machen können. In der Tat sind es die Kinder, die am meisten leiden, wenn sie sich um die Mütter alleine kümmern müssen. Die Psychotikerin lebt in ihrer eigenen Welt, die Kinder aber in der Gegenwärtigen. Das Tuscheln der Nachbarn, die Diskussionen in der Schule, etc.. das müssen die Kinder ertragen, oftmals alleine. Hier sollte die Gesellschaft weiterhelfen können. Betreuung sollte auch vom Staat gegeben werden. Vor allem sollte alles getan werden, dass die Kranken ihre Wohnung nicht verlieren.
    @Jeannylie
    Das sehe ich anders: zum Leben der Tochter gehörte der Kontskt zur Mutter. Hier hatte die Beziehung eine andere Qualität.
    @Jeannylie: Es gibt für mich keinen "richtigen" Weg. Sowohl der totalen Verdrängung, als auch dem übermäßigen Verantwortungsgefühl liegt ein Schmerz zugrunde. Der Sohn handelt vorallem aus Angst.
    Selbst als Mitarbeiterin eines Pflegedienstes war ich nach Jahren mit der Pflege psychisch kranker Menschen, denen in ihrer Sucht das Recht auf Verwahrlosung zugestanden wurde, emotional am Ende meiner Kräfte. Jeden Tag die Wohnung voll verwüstet, mit Erbrochenem und Exkrementen verschmiert, aber nur ca 20 Minuten Zeit zur "Pflege".
    Wie unerträglich ist es erst für die Kinder und die Kranken. Wo ist wirklich ein Ausweg ohne Kälte?
    Ingrid Kiphard ist so nicht gemeint sondern das Fundament - der Raum - der dann entsprechend gestaltet und ausgerüstet werden müsste do wäre ich zu interpretieren
    Damit es vielleicht etwas in den Köpfen der Verantwortlichen bewegt, möchte auch ich in die Klage einstimmen: Nach so einem ernsthaften und großartig gespielten Film, der einen ausführlichen Nachspann verdient hätte, ohne Atempause so eine überflüssige und alberne Werbung zu platzieren, ist gegenüber uns Zuschauern und auch gegenüber den Schauspielern und allen Mitwirkenden eine bodenlose Respektlosigkeit. Warum kann arte das anders?
    Endspurt, noch 15 Minuten Zeit Fragen zu stellen. Vielen Dank für die vielen interessanten Kommentare!
    @esther
    ja das ist nichts anderes als wenn Menschen körperliche Krankheiten entwickeln..um sich Auszuklinken.
    danke für die Aufmerksamkeit und auch für den Chat selbst dank an die ARD
    @Peter-Uwe Becker: Die Raumgestaltung müsste natürlich anders sein, aber vor allem bräuchte es das entsprechende Fachpersonal. Die Idee an sich wäre natürlich nicht schlecht.
    @Esther: Ich habe es geschafft mich abzugrenzen. Sie hat keine Adresse meiner neuen Arbeit mehr und war auch nicht zu meiner Hochzeit eingeladen. Wir haben es heimlich ohne Verwandte machen müssen. Aber meine Schwester gibt meiner Mutter immer wieder neue Chancen und wird emotional verletzt. Bloß gut, dass wir uns als Geschwister haben und wir "bösen unbarmherzigen Kinder" zusammenhalten. Das verstehen nur die engsten Freunde. Sarkasmus hilft, auch wenn man sich oft herzlos fühlt. Wir haben so viel getan damals für sie... am Ende waren wir in ihren Augen "Schuld" an allem. Hab das therapeutisch gut bearbeitet, aber heut noch Angst vor der Vaterrolle...und keine Kinder. Wer weiss, vielleicht irgendwann.
    @Esther Natürlich gibt es kein richtig, aber wäre dies eine echte Person, täte die Tochter gut daran sich auch abzugrenzen. Es wäre für Ihre psychische Gesundheit ganz sicher der bessere Weg ( geht natürlich nicht einfach so, nur mit Therapie und viel Zeit). Und das macht der Sohn, sich abgrenzen.
    Das ging total unter die Haut. Gegenüber dem Durchschnittsschrott HERAUSRAGEND
    @Peter-Uwe Becker: Ja, auch die ARD dankt!
    von Ingrid Kipphardt bearbeitet von Spielfilm ARD 2 11/16/2016 9:45:57 PM
    Der Sohn grenzt sich zwar ab, ist aber innerlich genauso an seine Mutter gebunden wie seine Schwester, da er ja denkt, er könnte dieselbe Veranlagung haben wie seine Mutter.
    Könnte es nicht vor der Zwangseinweisung einen anderen Schritt geben? Sozusagen eine Auflage, die zu erfüllen ist, wenn der Betroffene nicht eingewiesen werden will? Sich in Therapie zu begeben und einen Entzug zu machen? Ich denke nämlich auch, dass ein Aufenthalt in einer Psychiatrie die Traumatisierung des Betroffenen noch verstärken kann. Aber es ist doch auch keine Lösung, dass die Angehörigen nichts tun können, damit er sich behandeln lässt. Gibt es da Ansätze für einen Mittelweg?
    @Anke von Skerst Der Kontakt zur Mutter entstand für die Protagonistin aus einem falsch verstandenem Abhängigkeitsgefühl und nicht weil sie ihr "was schuldete". In meinen Augen psychisch hochgradig ungesund.
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