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CrimingWhileWhite

In den USA wird seit Mittwochnacht wieder in mehreren Städten protestiert. Denn nur ein paar Tage nach der umstrittenen Entscheidung im Fall Michael Brown in Ferguson ist wieder ein weißer Polizist, der einen schwarzen Mann umgebracht hat, ohne Strafe davon gekommen. Anlass für die Proteste war die Entscheidung im Fall Eric Garner in New York. Der war nämlich von einem weißen Polizisten erwürgt worden. Es gibt ein Video von dem Vorfall, in dem man sieht, wie Garner um sein Leben fleht und schließlich erstickt. Der Polizist war bereits zuvor durch seine Brutalität aufgefallen. Die Beweise reichten der Geschworenen-Jury trotzdem nicht - die Anklage wurde fallengelassen und die Tat des Polizisten bleibt ohne Konsequenz. Genau wie in Ferguson.

Noch in der Nacht trendeten weltweit mehrere Hashtags auf Twitter: #EricGarner - der Name des Opfers, #IcantBreathe - Eric Garners letzte Worte, während er noch vom Polizisten gewürgt wurde, und #CrimingWhileWhite.

Criming While White - das soll so viel heißen wie  "Wenn man als Weißer Verbrechen begeht". Gestartet hat das Hashtag Jason Ross, der eigentlich Witze für den Night-Show-Talker Jimmy Fallon schreibt. Entrüstet über die Entscheidung der Geschworenen teilte er zunächst bei Twitter eine persönliche Polizeierfahrung aus seiner Jugend:





Dann rief Jason Ross seine weißen Mitmenschen mit dem Hashtag #CrimingWhileWhite dazu auf, es ihm gleich zu tun - um zu zeigen, wie anders Weiße im Vergleich zu Schwarzen in den USA von Polizisten behandelt werden - und was für negative Konsequenzen die falschen Privilegien der weißen Mehrheit für die Minderheiten in den USA haben.


Tausende Amerikaner folgten ihm und teilten ihre persönlichen Erfahrungen mit der US-Polizei - und ihre kleinen und größeren Vergehen.



Die Reaktionen afroamerikanischer Twitter-User sind größtenteils positiv - aber auch schockiert.
Einige User weisen darauf hin, dass mit dem Hashtag zwar die Privilegien von Weißen mal sichtbar werden - aber dass es gleichzeitig auch die Möglichkeit bietet, damit anzugeben, wie viel besser man als Weißer in den USA behandelt wird.


So öffentlich und ehrlich wie hier wurde noch nie über die Ungleichbehandlung von weißen und schwarzen Menschen in den USA debattiert. Viele afroamerikanische Twitter-User wünschen sich deshalb, dass sich durch die Proteste und #CrimingWhileWhite jetzt endlich etwas in ihrer Gesellschaft ändert.



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