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Katholikentag Leipzig

BR Religion berichtet vom 100. Katholikentag in Leipzig


  • Leipziger Lerchen, gleich probiert von Irene Esmann in STATIONEN, BR Fernsehen 

  • Andere (Bundes)länder, andere Sitten

    In Bayern ist #fronleichnam zwar gesetzlicher #feiertag, in Sachsen aber ist die Sache etwas komplizierter: Hier regelt nämlich seit 1993 die so genannte #fronleichnamsverordnung, in welchen Gemeinden und Ortsteilen Fronleichnam gesetzlicher Feiertag ist: überall dort, wo überwiegend katholische #Sorben wohnen. #funfact @sorben_org 
  • Schon mal gehört? Papst Franziskus auf Deutsch!
    In seiner Videobotschaft zur Eröffnung des #kt16 #Leipzig @StadtLeipzig @BR24 @BR_Religion @bayern2 @BR_Presse @Pontifex @b5aktuell @zdkonline


  • Kommentar: AfD und Katholikentag

    Von Florian Breitmeier (NDR, Kultur, Religion und Gesellschaft)

    Eigentlich
    ist es ganz einfach: Es gilt das gesprochene Wort.
    Das gilt mit Blick auf Politiker der AfD, die dermaßen gegen Flüchtlinge gehetzt haben, dass die Leitung des Katholikentags selbstbewusst beschloss, Spitzenvertreter dieser Partei nicht nach Leipzig einzuladen. Von dieser Position rückte das Zentralkomitee der deutschen Katholiken auch nicht  ab, als die AfD im März bei drei Landtagswahlen politische Erfolge feierte und auch unter Katholiken die Frage aufkam, ob es denn klug sei, diese Partei in Leipzig völlig zu ignorieren und ihr damit unfreiwillig eine Opferrolle zuzugestehen, die diese überhaupt nicht verdient hat.



    Doch das Zentralkomitee blieb bei
    seinem Beschluss.
    Schließlich galt auch hier das gesprochene Wort. Es gibt sicher sehr gute Gründe, Politikern der AfD nicht die Bühne eines Katholikentags zu bieten. Denn die Positionen dieser Partei in der Flüchtlingsfrage müssen Christen provozieren. Vor allem diejenigen, die seit Jahren der vielzitierten Barmherzigkeit in ihren Gemeinden, Stadtteilen und Dörfern ein Gesicht geben. ZdK-Präsident Sternberg argumentiert stark, wenn er darauf verweist, dass es christliche Überzeugungen gibt, die unverhandelbar sind: Menschlichkeit, Integrationsfähigkeit und Internationalität. Gleichwohl ist kein Christ dazu gezwungen, mit der AfD zu verhandeln. Aber dem Streit, der Diskussion, der argumentativen Konfrontation mit den oft platten Thesen der selbsternannten Bewahrer des christlichen Abendlandes, diesem Streit sollte niemand aus dem Weg gehen. Der heimelnde Schmollwinkel, der von allen lange geschnittenen Partei passt nicht zur AfD – dafür ist sie in der politischen Arena viel zu aggressiv.



    Nun will der Katholikentag in Leipzig eine Zeitansage und Zukunftswerkstatt sein. Dazu gehört aber der Streit, auch das Verwerfen allzu holzschnittartig vorgetragener Argumente, die Debatte. In der Diskussion gilt eben das gesprochene Wort.


    Deshalb vergibt der Katholikentag eine Chance, wenn er nicht Vertreter auf Podien holt, die Argumente vorbringen, die die Überzeugung vieler Katholiken in der Flüchtlingsarbeit kritisch in Frage stellen. Denn dies muss die Überzeugungen des Einzelnen ja nicht zwangsläufig ins Wanken bringen. Im Gegenteil.

    Ob auf einzelnen Podien zwingend AfD-Politiker hätten sitzen müssen, ist letztendlich gar nicht die Frage. Schließlich geht der Streit in der  Flüchtlingsfrage auch quer durch Parteien, die stolz das „C“ im Namen führen. Durch seineklare Haltung, macht ZdK-Präsident Sternberg den Katholikentag aber auch unfreiwillig ein Stück weit klein, weil er befürchtet, eine derartige Diskussion könnte auf Talkshow-Niveau herabsinken, dem Katholikentag insgesamt schaden. Warum eigentlich? Traut er der Kraft seiner eigenen Veranstaltung nicht?


    "Dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken fehlte in diesem Punkt der Mut, selbst an die Schmerzgrenze, an die Ränder zu gehen – nicht um dort einzuknicken, sondern um Menschen zu
    überzeugen.
    "

    Eine moderierte zweistündige Diskussion in einer Messehalle mit mehreren
    tausend Zuhörern böte
     vielmehr die Chance, die kruden Positionen der AfD sachlich zu entzaubern und damit die Selbstvergewisserung vieler engagierter Christen in der Flüchtlingsfrage zu stärken. Der Rahmen ist entscheidend. Auch deshalb ist ja übrigens das Treffen zwischen der AfD und dem Zentralrat der Muslime vorgestern so kläglich gescheitert. Ein Moderator und die
    zuhörende Öffentlichkeit hätten vielleicht einen disziplinierenden Rahmen
    gesetzt, in dem nicht einfach Gespräche abgebrochen werden können. Gerade deshalb
    ist die nicht erfolgte Einladung an die AfD eine vergebene Chance im Vorfeld
    des Katholikentags gewesen. Dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken fehlte in
    diesem Punkt der Mut, selbst an die Schmerzgrenze, an die Ränder zu
    gehen – nicht um dort einzuknicken, sondern um Menschen zu überzeugen. Langweilig,
    unkritisch und harmlos muss der Katholikentag in Leipzig gleichwohl nicht werden. Denn eigentlich ist es ganz einfach: Es gilt das gesprochene Wort.

    #kt16 in #Leipzig #afd @StadtLeipzig @BR24 @BR_Religion @bayern2 @BR_Presse @Pontifex @b5aktuell @zdkonline @FraukePetry @AfD_Bund

    von Veronika Wawatschek (BR) bearbeitet von Friederike Weede 5/25/2016 5:52:51 PM
  • Guten Morgen aus #Leipzig vom #kt16


  • Kurz vor Beginn der Eucharistiefeier am Augustusplatz 

    Auf in einen prall gefüllten Tag beim 100. Katholikentag in Leipzig

    Zwar findet die große Eucharistiefeier zu Fronleichnam auf dem Augustusplatz noch unter verhangenem Himmel statt, aber das Wetter soll besser werden! 

    Vielleicht ist spätestens zur großen Jugendparty mit Konzert, "Leipzig rockt für eine Welt" und bis zum großen Straßenfest am Samstag unter dem Motto "Danke Leipzig!" der Himmel klar. Das wäre den Katholikentagsbesuchern zu wünschen, denn das Dankesfest soll zu einem stadtweiten Picknick werden: An vielen Ecken der Innenstadt werden "DankeLeipzigPicknickBoxen" verteilt. Besucher und Passanten sollen spontan zum Essen zusammenkommen. 

    Heute stehen aber erst einmal ein paar spannende Podien an zu Werteverständnis, Außenpolitik und internationale Verantwortung, zu Religionslosigkeit, Wirtschaftsethik oder Barmherzigkeit. #kt16 #leipzig #katholisch @StadtLeipzig @BR24 @BR_Religion @bayern2 @BR_Presse @Pontifex @b5aktuell @zdkonline

  • Kleiner Tipp!

    Auch die Kollegen vom MDR bloggen übrigens vom Katholikentag, da vielleicht auch mal vorbeischauen! http://www.mdr.de/katholikentag/blog-100.html @MDRpresse @MDRaktuell @StadtLeipzig @Zdkonline #kt16 #leipzig #katholisch
  • Das ist jetzt mal keine Zeitungsente, sondern eine Ordensente #kt16 #leipzig #kurios

  • Crosspromo: Auch ein schönes Projekt von Kollegen auf dem #kt16 @Wollschmolz
  • Da ist noch Platz für #Katholiken auf dem Marktplatz in #Leipzig beim #kt16

  • Überraschung wer zuhört: Kennenlernkirche mit Strassenbeichtstuhl: 4% katholisch in Leipzig #KT16 @BR_Religion http://pbs.twimg.com/media/CjX0n-SUoAIdMSQ.jpg

  • Auch das ist #Katholikentag in #Leipzig: #Muslime öffnen ihre Moscheen unter dem Motto "Gemeinsam für #Frieden und gegen Gewalt" - zu hören heute ab 18.05 @bayern2 bit.ly @br_religion #Islam #KT16

  • Der Katholikentag bringt Farbe nach Leipzig. Freiwilligendienst aus aller Welt für alle Welt. Wie WELTOFFEN ist Leipzig? Bayern 2 18.05 Uhr live vom Katholikentag. bit.ly

    von matthias.morgenroth bearbeitet von Veronika Wawatschek (BR) 5/26/2016 1:32:48 PM
  • Propst Gregor Giele verrät sein persönliches Highlight beim #Katholikentag #kt16 - ob die Live-Sendung, in der er gleich Gast sein wird, auch dazu gehört? Einschalten @bayern2

  • Berlinale trifft #Katholikentag #Leipzig: Direktor Dieter Kosslick philosophiert über Religion im Film.

    Zitat: "Jesus ist genauso ein Superheld wie James Bond. Beide setzen sich für Gerechtigkeit ein."

  • Bundespräsident Gauck mit deutlichen Worten: Manche Zuwanderer sind die besseren Patrioten - und keinen Angststurm durchs Land schicken, sondern neue Debattenkultur fördern.

    Wörtlich sagte er :"Ich bin sehr einverstanden damit, wenn die Politik nicht gleich signalisiert: Angst, Angst, Angst! Wir können vor allem Möglichen Angst haben, es gibt bei verschiedenen technologischen Neuerungen Ängste, die vielleicht begründet, vielleicht unbegründet sind. Aber durch unsere große Meinungsvielfalt wabert die Angst durch das Land. Und dadurch entsteht manchmal ein Angststurm, der auch die Politik erreicht. Und Politiker reagieren dann, sie wollen gewählt werden! Und deshalb brauchen wir auch ein Training der seriösen Debatte und da zählt das Argument und nicht nur das ängstliche Gesicht! Das ist unglaublich wichtig."

    Und weiter :

    "Als ich an einem Festtag in einer alevitischen Gemeinde war und sie besucht habe, kam mir Freude und Dankbarkeit entgegen. Nicht, weil ich Bundespräsident bin. Die Gemeindemitglieder waren dankbar, dass sie hier in diesem Land ihre Religion und ihre Prägung so leben können, wie sie es in ihrer ursprünglichen Heimat nicht tun können! Und das hat sie dankbar gemacht! Und sie haben mich mit großen Augen abgeschaut und diese große Augen schauen in unsere Gemeinschaft. Wir merken es gar nicht, dass da ein Grad an Patriotismus und Ja zu diesem Land gewachsen ist, den ich mir bei einigen dieser (rechten) Dödel schon wünsche!"
  • Kirchenmeilenabend

  • Vor lauter AfD Geschrei relativ unbemerkt geblieben: Im Vorfeld des Katholikentags haben Christen und Muslime einen gemeinsamen Appell für den Frieden veröffentlicht. Wörtlich darin: "Gott zur Rechtfertigung von Tötungen und Gewalttaten in Anspruch zu nehmen, ist Gotteslästerung." Unterzeichner das Zentralkomitee der deutschen Katholiken und mehrere prominente muslimische Verbände. Heilige Kriege gebe es nicht, Ziel Gottes sei ein gerechter Friede. Christen und Muslime verurteilen jedweden Fundamentalismus, Fanatismus und Terrorismus. Eine wörtliche Auslegung der heiligen Schriften wird darin abgelehnt! 
    Eine neue Allianz gründet sich: die Allianz der aufgeklärten Religionen ... 
  • Geld regiert die Welt? 
     Bundesarbeitsministerin Nahles (SPD) sprach sich auf einem Podium unter der Überschrift «Reichtum verpflichtet. Zum verantwortlichen Umgang der Kirche mit ihrem Vermögen» gegen Millionenspenden von reichen Menschen und für reguläre Steuerzahlungen aus. Stattdessen sollte Reichtum besteuert werden. 
  • Straßenchristus

  • StraßenKirchenbank: soll die die Menschen klein machen?

  • Die #Kirche hat zu viel #Geld, meinen die einen; die #Kirche braucht auch viel #Geld, finden die anderen #kt16 br.de
  • Ute Hücker (l.) u. Maria Hollering-Hamers, KDFB @Zdkonline

  • Ute Hücker vom #KDFB: @Pontifex Vorstoß ist Chance, aber nur wenn auch Frauen i. d. Kommission zur Prüfung v. #frauendiakonat sind #kt16 @Zdkonline
  • Fremdeln die #Leipziger mit der #Kirche ? Wir hören uns um auf dem #Katholikentag #kt16 @zdkonline @BR24 - Liveblog br.de/s/2J2rhIa
  • Kirche und Sprache - salbadern, sülzen, stammeln?

    Kirche hat in den Augen vieler ein Glaubhaftigkeitsproblem - liegt's auch an der Sprache?
    "Die Kirche verreckt an ihrer Sprache"

    behauptet der katholische Buchautor und Kommunikationsfachmann  @erik_fluegge Er spricht über sein gleichnamiges Buch auf dem #kt16 in @StadtLeipzig @Zdkonline Mehr von und mit Erik Flügge: Sozusagen! Bemerkungen zur deutschen Sprache heute um 15.20 Uhr auf @bayern2 @BR_Presse

    Erik Flügge: Bitte etwas weniger verschroben! 

    von Friederike Weede bearbeitet von matthias.morgenroth 5/27/2016 8:47:22 AM
  • Ein Jahr "Laudato si" - und kein Stück grüner?

    Einige Podien auf dem #kt16 befassen sich mit Ökotheologie, Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Bei der Tierethik ist Kirche trotzdem kein Stück weiter, sagt Pfarrer Ulrich Seidel vom Verein "AKUT - Aktion Kirche und Tiere". @Zdkonline @Pontifex #tierethik @tierschutzbuer0 @Agrarkultur @PETADeutschland @BR24 @BR_Religion @bayern2 @BR_Presse @b5aktuell 

    Was es möglicherweise gibt, dass Umweltschutz um des Menschen willen eine Rolle spielt. Aber was der Papst mit seiner Enzyklika angestoßen hat, das ist die Würde des Tieres. Und der Gedanke, dass wir alle auf einer Ebene sind - auf der Ebene des Lebens. Aber diese Fragen spielen hier überhaupt keine Rolle. Und ob wir 2017 beim Reformationsjubiläum da eine Tür öffnen können, weiß ich nicht.
    Die Initiative für Tierethik fordert, Tiere als Mitgeschöpfe zu betrachten.

  • Minderheit in der Minderheit: Es gibt nur 10.000 katholische #sorben #kt16 @SachsenDe

  • Und so klingt ein sorbisches Kirchenlied... @SachsenDe #sorben #kt16

  • Nah am Menschen: Reinhard Kardinal Marx freut sich über Begegnungen am Rande der Podiumsdiskussion.

    Sein Wunsch an den ##KT16#Leipzig:
    "Katholiken und Katholikinnen sollen sich mit Leidenschaft und Streitlust für soziale Gerechtigkeit einsetzen."

  • "Menschen, die in Castingshows gehen, müssen vor sich selbst geschützt werden" - Maybrit #Illner @katholikentag #kt16
  • 11 jähriger Ausrufer: Mag jemand was Gutes sagen? ....
    Die Kanzel bleibt leer ... dafür geht es auf den Podien zur Sache. Endlich redet man weniger über sich selbst als vielmehr über Recht Gerechtigkeit Menschenwürde: Sag was Gutes! UND TU ES.

  • "Hasspost aus einer bestimmten #katholischen Ecke bekommen Sie ja schon, wenn Sie Frau sind" @ChristianeFlori auf dem #kt16 #Katholikentag

  • Schwerter zu Pflugscharen, das Motto der christlichen Friedensbewegung in Ost und West und der Bürgerrechtsbewegung in der DDR - auf dem #kt16 in @StadtLeipzig aktuell wie eh und je @PaxChristi_Int @Zdkonline @IustitiaetPax


  • Das @Zdkonline grüßt die Leipziger herzlich - dieser Charmeoffensive können sich nicht einmal Konfessionslose widersetzen!

  • Kritik an @zdkonline: 9,9 Mio Euro kostet #kt16, ca. die Hälfte aus öffentlicher Hand, 1 Million v. @StadtLeipzig http://pbs.twimg.com/media/CjeCZowWkAA8PR0.jpg

  • Off Church - Kirche jenseits des Kirchenraums

    Im Dauerprogramm des Katholikentags: die Aktion Off Church. An verschiedenen Plätzen der Stadt stoßen Passanten und #kt16 Besucher auf Kirchenelemente im öffentlichen Raum: ein Beichtstuhl, eine Kanzel, Kirchenbänke oder "Fürbitte 2.0", ein Flügelaltar mit Touchpanel, auf dem Passanten Gebetsanliegen hinterlassen können. Einige der Wünsche sollen in die Fürbitten beim großen Abschlussgottesdienst mit eingehen.
    Fürbitte 2.0 - Gebetsanliegen per Touchpanel loswerden 

     
  • Risiko Standortfaktor?

    ein Kommentar von Ellen Ueberschär, Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentags

    Leipzig. Es war eine richtige Entscheidung, den 100. Katholikentag in der sächsischen Metropole auszurichten. Und das aus mindestens drei Gründen.

    Zum einen ist Leipzig die Stadt, die wie keine andere für die Friedliche Revolution von 1989 steht. Die Montagsgebete sind im kollektiven Gedächtnis aller Deutschen ein Symbol für den Bürger-Mut, der  aus christlicher Verwurzelung  wuchs. Erst in den Kirchen, dann auf den Straßen und Plätzen wurde der gewaltlose Protest laut und lauter gegen die  gegen die Unterdrückung von Meinungsfreiheit und Reisefreiheit, gegen die Bevormundung durch das DDR-Regime. In Leipzig weht der Geist der Freiheit. Das passt zur langen Geschichte der Katholikentage, die den Laien eine eigene Stimme verliehen, und wenn es sein musste, mit einem Schuss Ungehorsam gegen die kirchliche Hierarchie. Nur, wo Menschen mutig für ihre Freiheit einstehen, die eingetretenen Pfade verlassen, ist ein neuer Aufbruch möglich. Wenn dieser von Leipzig ausginge, wäre das eine gute Nachricht.

    Ellen Ueberschär 

    Zweitens ist Leipzig eine Stadt in Sachsen. Kein anderes Bundesland macht im Moment so viele negative Schlagzeilen in Sachen Demokratieskepsis. Obwohl Sachsen wirtschaftlich prosperiert, die Arbeitslosigkeit so niedrig ist wie seit 1990 nicht mehr, ist hier Pegida entstanden, werden Flüchtlingsheime angezündet und hier gibt  es ein auffälliges Problem mit Rechtsextremismus. Die politische Grundsituation ist ungemütlich für eine Veranstaltung von Weltverbesserern. 

    Eine ungemütliche Stadt für Weltverbesserer

    Die Entscheidung des Katholikentages, keine Politiker der AfD auf Podien zu bitten, hat ihm weitreichende Kritik eingebracht. Dialogverweigerung allerdings kann man den Verantwortlichen nicht vorwerfen. Eher darf man vor allem Präsident Sternberg dafür dankbar sein, dass er die neue Partei an dem Punkt trifft, wo sie sich selbst widerspricht. Wer das Abendland verteidigen will und gleichzeitig gegen Schutzsuchende Front macht, darf sich nicht christlich nennen. Punkt. Das ist eine klare Position, die diesem Land gut tut.

    Die Entscheidung für Leipzig ist auch aus einem dritten Grund richtig – hier begegnet der Katholikentag dem real existierenden Volksatheismus. Und natürlich auch umgekehrt. Katholikentagsteilnehmer werden von argwöhnisch über teilnahmslos bis freundlich-neugierig beobachtet. Auf manche Leipziger Einwohner wirken sie genau so exotisch wie die Teilnehmer des Gothic-Metal-Festivals eine Woche zuvor.  Der Präsident des ZdK nennt das Bewährung, Einübung in eine gesellschaftliche Situation, wie sie vielleicht in einigen Jahrzehnten auch in Bayern zu erwarten ist – die Christen sind im Osten der Republik eine Minderheit. Ganz Leipzig – die Zahl ist immer wieder zu hören, hat 4% Katholiken, 12% Evangelische. Leicht wird allerdings der qualitative Unterschied übersehen. 

    Die richtige Stadt für ein Zeichen: Glauben heißt verantwortlich handeln

    Sicher – im Westen der Republik entfremden sich Menschen von ihrer Religion. Aber – sie hätten die Wahl. Nichts und niemand würde sie hindern, wieder in die Kirche zu gehen, sich in Gemeinden zu engagieren. Im Osten liegen die Dinge anders. Zwei kirchenfeindliche Diktaturen haben sich in die Köpfe und Herzen eingebrannt. Der viel zu früh verstorbene Leipziger Kirchenhistoriker Kurt Nowak nannte das die „diktaturstaatliche Doppelschädigung“ der Menschen im Osten. Die Feldzüge der
    Zwangssäkularisierung, die im Nationalsozialismus begannen, und  unter dem kommunistischen Regime tief in das Leben der Familien eingriffen, haben ihre Spuren hinterlassen.
    Sie haben ein populistisches Zerrbild von Kirche und Religion kreiert, das bis heute in mannigfaltiger Brechung in den Köpfen herumspukt. Im Ergebnis grassiert eine große Unkenntnis über die Vielfalt religiöser Ausdrucksformen bis hin zu Argwohn und unbegründetem Misstrauen. Die lebensnahe, öffentliche Präsenz von Christinnen und Christen in Leipzig bietet die Chance, Vertrauen zu schaffen, Vorurteile abzubauen und zu zeigen, dass verantwortliches Handeln in der Gesellschaft eine Ausdrucksform des Glaubens ist. 

    #kt16 #leipzig #ddr #pegida #afd @zdkonline @BR_Presse @BR24 @BR_Religion @StadtLeipzig @bayern2 @kirchentag_de @EKD @FraukePetry @AfD_Bund 

  • Gerechter Friede für Alle

    Sechs katholische Hifswerke unterstützen Flüchtlinge

    Die weltkirchkichen Hilfswerke missio, Adveniat, Misereor, Caritas international, Renovabis und das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" haben heute beim Katholikentag in Leipzig eine gemeinsame Erklärung zur Flüchtlingsthematik veröffentlicht. Sie fordern darin eine nationale und internationale Politik, die den Grundsätzen des "gerechten Friedens" folgt und die Rechte der Zivibevölkerung achtet. Der Kirche gehe es beim Einsatz für Flüchtlinge "um weltweite Solidarität." Hier der Text der Erklärung:

    "Flucht vor existentieller Bedrohung durch Verfolgung, aus Angst ums nackte Überleben, Verlust der Heimat durch Vertreibung, aber auch Migration auf der Suche nach einem besseren Leben prägen unsere Zeit – und dies in weltweit bislang nicht gekanntem Ausmaß. Angesichts der immer schlechter werdenden Versorgungslage und zunehmender Perspektivlosigkeit in den Flüchtlingslagern, suchen derzeit immer mehr Menschen aus den Krisenregionen des Mittleren Ostens und aus Afrika Zuflucht in Europa. Wir dürfen dabei aber nicht vergessen, dass nach wie vor zwei Drittel aller weltweiten Flüchtlinge als Binnenvertriebene in ihren eigenen Landesgrenzen leben. In der EU leben 3,9 Prozent der aktuell 60 Millionen Flüchtlinge dieser Welt.

    In Deutschland haben bereits viele Menschen Schutz gefunden. Sie erhoffen sich bei uns ein sicheres Leben in Würde und Freiheit ohne Bedrohung und Überlebenskampf. Unser Land ist durch die 2015 deutlich gestiegene Zahl der Flüchtlinge in vielerlei Hinsicht herausgefordert. Viele in Deutschland lebende Menschen – und darunter auch viele Haupt- und Ehrenamtliche in unseren kirchlichen Strukturen – helfen sehr engagiert den zu uns Gekommenen, sich zu orientieren, sich einzuleben und in unserer Mitte einzurichten.

    Wenn auch die Aufgaben der weltkirchlichen Hilfswerke zuallererst die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort in ihren Ländern in den Blick nehmen und dort solidarisch Hilfe leisten, damit Menschen in ihrer Heimat eine menschenwürdige Perspektive behalten, setzen sich missio, Adveniat, Misereor, der Deutsche Caritasverband mit seinem Hilfswerk Caritas international, Renovabis und das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ auch zugleich überall, also auch bei uns, mit Entschiedenheit für die Anliegen der vor Krieg und Gewalt Zuflucht suchenden Menschen ein. Die Kirche versteht sich aus der Botschaft Jesu heraus als Anwältin der Flüchtlinge und Schutzbedürftigen.

    Beim Einsatz der Kirche für Flüchtlinge geht es um weltweite Solidarität. So stellen die kirchlichen Hilfswerke entsprechend ihrer unterschiedlichen Aufträge komplementär zueinander umfangreiche Angebote für Flüchtlinge in den Krisenregionen zur Verfügung. Zahlreiche dieser Hilfsprojekte verstehen sich darüber hinaus auch als Beitrag zur Minderung von Fluchtursachen.

    Wir weltkirchlichen Hilfswerke fordern und unterstützen eine nationale und internationale Politik, die den Grundsätzen des ‚gerechten Friedens‘ folgt und die Rechte der Zivilbevölkerung achtet. In der aktuellen Debatte gerät oft in Vergessenheit, dass die meisten Flüchtlinge sich nicht auf den Weg nach Europa machen, sondern nahe ihrer Heimat Schutz suchen. Vor diesem Hintergrund haben die kirchlichen Hilfswerke ihr Engagement zur Unterstützung von Flüchtlingsprojekten im Ausland in letzter Zeit weiter intensiviert. Mit ihren Partnern vor Ort leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Schaffung menschenwürdiger Verhältnisse in den Flüchtlingslagern und zur Bekämpfung von Fluchtursachen."

    Unterzeichnet wurde die Erklärung von den Präsidenten und Geschäftsführern der Hilfswerke: Monsignore Wolfgang Huber (missio München), Prälat Prof. Dr. Klaus Krämer (missio Aachen, Kindermissionswerk „Die Sternsinger“), Prälat Bernd Klaschka (Adveniat), Monsignore Pirmin Spiegel (Misereor), Prälat Dr. Peter Neher (Caritas international) und Dr. Gerhard Albert (Renovabis).

    #kt16 @renovabis @missio_de @misereror #fluechtlinge @caritas_ci @br24 @bayern2


  • Wo so viel #Gott ist, darf der natürlich nicht fehlen -mephistophelische Abendgrüsse aus #Leipzig

  • Was ist mir heilig? Felix, elf Jahre alt, Ministrant aus Leipzig, erklärt was ihm der #KT16#Leipzig bedeutet.

  • Die Sonne ist endlich zu Gast beim #Katholikentag und beim Erzbistum Berlin kommt Strandfeeling auf

  • Wie viele #Bayern sind auf dem #Katholikentag in #Leipzig? #kt16 - Wir haben nachgezählt br.de @BR_Religion @br24 @BR_Presse

    von Veronika Wawatschek (BR) bearbeitet von Friederike Weede 5/28/2016 10:59:09 AM
  • Noch vollles Programm beim #kt16, hier Musik an der Moritzbastei.

  • #kt16 nähert sich mit großen Schritten seinem Ende

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