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Richtig erben und vererben

In Deutschland werden jedes Jahr 150 Milliarden Euro vererbt. Erbfolge, Testament, Pflichtteil: Wer seinen letzten Willen regeln will, sollte die Tücken des Erbrechts kennen. Hier können Sie Ihre Fragen stellen.

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  • @HalloHerrDr.Steiner,: in aller Regel wird man vorsehen, dass die sog. Schlusserben erst etwas bekommen, wenn beide tot sind. Dies ist der Normalfall des Berliner Testaments.
  • @GerhardBenning: Diese Frage kann ich ohne Recherche in der Rechtsprechung nicht beantworten. Eventuell wurde ein solcher Fall schon einmal entschieden. Sie sollten sich jedenfalls von einem Fachanwalt für Erbrecht beraten lassen.
  • @BarbelPawlik: Erb- oder Pflichtteilsansprüche sind denkbar, allerdings stellt sich die Frage der Verjährung, die höchstwahrscheinlich eingetreten ist. Genau müsste dies aber ein Anwalt prüfen.
  • @Brather-Zachmeier,Anita: Beeinflussen können Sie dies nur indirekt, indem Sie in den Schenkungsvertrag ein Rückforderungsrecht für den Fall der Scheidung einbauen. Aber ich kann Entwarnung geben, denn das Problem wird häufig überschätzt: Denn Schenkungen zählen ja zum Anfangsvermögen, sodass Sie sich zugunsten des anderen Ehegatten beim Scheidungsfall nur auswirken, wenn das Geschenk mehr an Wert gewonnen hat, als es der Inflation entspricht, was bei einer Geldschenkung ja nur möglich ist, wenn sie investiert wurde, bspw. in Aktien.
  • @MarianneSchlund: Die Einheitswerte galten schon seit den 90er Jahren nicht mehr für Erbfälle.
  • dass die 4 Kinder gleichberechtigt sind, ist mir klar, aber wie ist das mit den Ex-Männern und dem jetzigen Mann? wie sind die Pflichteileanteile für Kinder und Mann?
    Kann ich evtl.auch regeln, dass nur die 4 Kinder erben?
  • @woso: Sie sprechen ein Problem an, das ich häufig höre. Ich kann Ihnen nur raten: Steter Tropfen höhlt den Stein. Wenn auch der neue Betreuer nicht im Sinne Ihres Bruders handelt, dann informieren Sie das Gericht und bleiben Sie hartnäckig.
  • Lieber Dr. Steiner,

    vielen Dank!

    Ihr Peter Merlinger
  • Zu meiner Frage: Mutter +26.6.15
    Bruder (hat Vermögen, Wohnung v. Mutter gehört ihm--- gesetzl Berufsbetreuer lassen uns nirgends mehr rein.)
    [Mutter hat zu lebzeiten Grundstück und alles bereits notariell an ihre Kinder verschenkt.]

    Mein Bruder hat ein Testament meiner Mutter in seiner eigenen Wohnung aufbewahrt - die Betreuer suchten danach - angeblich nicht gefunden?
    Welche Rechte in Bezug auf unsere tote Mutter haben wir 3 anderen Geschwister? Die Betreuer lassen nichts mehr zu - auch "ANWEISUNGEN" meines Bruders - nichts wird von diesen befolgt. Gelder, die wir für meinen Bruder ausgelegt haben (RA-Kosten, Besorgungen ...:

    Wie können wir Hilfe bekommen?
    Danke für Ihre Antwort
  • Vielen Dank für Ihre Antwort.
    Ist der Antrag und der Betreuer mit Kosten verbunden und wenn ja, wer hat diese zu tragen?
  • @MariaH.: Jedes der Kinder - egal, aus welcher Beziehung es stammt - ist gleichberechtigt.
  • @Müller: Die 30-Jahres-Frist läuft ab dem Tod der Mutter. Der Tod des Vaters spielt keine Rolle.
  • @SandraS.: Keinen Erbanspruch, aber einen Pflichtteilsergänzungsanspruch, zwar gilt für diesen grundsätzlich eine Zehnjahresfrist, d.h. es werden nur Schenkungen aus der Zeit vor 10 Jahren vor dem Tod berücksichtigt, hiervon gibt es aber Ausnahmen, eine hatten wir bereits bei einer früheren Frage (Vorbehalt des Nießbrauchs durch den Schenker). Die andere wichtige Ausnahme betrifft Schenkungen an den Ehegatten. Hier läuft die Frist nicht an, d.h. auch die Schenkung aus dem Jahr 1998 ist noch zu berücksichtigen.
  • Meine Frage:
    Mein Mann und ich haben ein gemeinsames, handschriftliches Testament, worin wir uns gegenseitig zum Alleinerben einsetzen.
    Meinem Mann gehört das Einfamilienhaus, in dem wir leben - er ist im Grundbuch alleine eingetragen (Geschenk seiner Eltern).
    Wir haben eine Tochter.
    Ich hörte von Ihnen vorhin, dass grundsätzlich das Kind/die Kinder nach Versterben eines Elternteils die Hälfte erben. Damit müsste ich z. B. das Haus verkaufen. Ebenso würde unsere Tochter die Hälfte unserer Ersparnisse erben. Da wir sehr wenig Rente haben, sind die Ersparnisse für unser Alter gedacht. Dann wäre das Einsetzen als "Alleinerben" ohne Sinn. Können Sie uns einen Rat geben? Evtl. das Haus auf beide umschreiben lassen? Dake und viele Grüße von E.Rauh
  • @Mensch: Sie sollten beim Betreuungsgericht - dies ist eine Abteilung des örtlichen Amtsgerichts - anregen, dass ein Vollmachtsüberwachungsbetreuer bestellt wird, der so verhindert, dass das Haus unter Wert verkauft wird.
  • @PeterMerlinger: Zur Beweislast müsste ich in der Rechtssprechung nachforschen, ob es einen Präzedenzfall gibt. Letztlich wird es vom Richter abhängen, welche Beweisanforderung er stellt.
  • Hallo Herr Dr. Steiner,
    unsere Großnichte ist verstorben. Sie hat mit einem Partner (Steuerberater) in dessen Haus gelebt. Neben uns (mehrere Geschwister) gibt es noch weitere Nachkommen mit ähnlichem Verwandschaftsgrad. Außerdem lebt noch eine Halbschwester der Verstorbenen. Der "hinterbliebene Partner" reagiert nicht auf Versuche zur Kontaktaufnahme. Das zuständige Nachlassgericht (norddeutsche Großstadt, 800 km entfernt) teilte auf Nachfrage in einem Zweizeiler nur mit, dass als Erber der Partner in Frage kommt.
    Meine Fragen:
    - Wo können wir weitere konkrete Auskünfte bekommen?
    - Gibt es neutrale Auskunftsstellen? Auch nicht kommerzielle?
    - Wie kann einfach in Erfahrung gebracht werden, ob ein Testament existiert?
    - Wie kann erreicht werden, dass das Nachlassgericht die Verwandschaft (wohl insbesondere die Halbschwester) in die Suche nach den rechtmäßigen Erben einbezieht?
    - Kann vom "hinterbliebenen Partner" die Herausgabe von gemeinsamen Familien-Archivalien (Dokumente, Fotos ...) verlangt werden? Die Weitergabe der Archivalien an mich wurde von der Verstorbenen 6 Monate vor ihrem Tod mündlich zugesagt.
    Danke.
  • @WernerTertel: Vorrangig ist der Nachlass, also das Sparbuch, aufgrund des Testaments zu verteilen. Dann muss man eine Vergleichsrechnung anstellen: Wenn die Summe aus Nachlass und Bausparvertrag (grob gesagt, denn die Einzelheiten sind noch viel komplizierter) geteilt durch die Pflichtteilsquote - in Ihrem Beispiel wohl ein Sechstel - geringer ist, als das, was Sie nach dem Testament geerbt haben, dann gibt es einen zusätzlichen Pflichtteilsanspruch.
  • @ReinholdBauer: Hier sind zwei Dinge zu unterscheiden: Zum einen, wer Erbe wurde. wenn es kein Testament gibt, dann trat gesetzliche Erbfolge zu je einem Drittel ein. Auf einem anderen Blatt steht, ob wegen der von Ihnen genannten Übertragung des Grundbesitzes zu Lebzeiten Pflichtteilsergänzungsansprüche ggüber dem Beschenkten in Betracht kommen. Denn auch wer Erbe geworden ist, kann mindestens den Pflichtteil fordern, wenn der Nachlass durch Schenkungen so stark geschmälert wurde, dass nicht einmal mehr genug vorhanden ist, um den Pflichtteil zu decken. All dies hängt von den Wertverhältnissen Ihres Falles ab. Sie sollten sich jedenfalls von einem Fachanwalt für Erbrecht beraten lassen.
  • Wie kann ich verhindern, dass bei Schenkung einer Immobiie an ein Kind bei einer Scheidung der Ehepartner einen Anteil erhält (kein Ehevertrag vorhanden)?
  • Unser Sohn ist körperbehindert und bekommt für die Studienbegleitung Sozialhilfe für eine Assistenz beim Studium sowie die Fahrtkosten zur Uni. Allerdings wird im alles Vermögen über 2600,00 € sofort gegengerechnet nach derzeitigen Recht. Welche Lösung können wir entwickeln, dass bei unserem Ableben nicht das ganze Vermögen (Haus usw.) angerechnet wird für sein notwendigen täglichen Pflegebedarf.
  • Für den besprochenen Fall (ein Elternteil wird in der Familie eines Kindes aufgenommen und gepflegt.Nach Ableben kann es zu Auseinandersetzungen mit Geschwistern kommen) möchte ich vorsorgen. Einvernehmlich mit der zu Plegenden, die geistig noch voll leistungsfähig ist, möchte ich als Pflegender hieb- und stichfeste Verträge bzw. Testament erstellen. Wer kann mich kompetent beraten? Was kostet so eine Beratung? Ist eine Rechtsschutzversicherung sinnvoll?
  • Muss ein bei einer Schenkung eingetragener Nießbrauch ausgeübt werden oder kann ich dies als Schenker frei wählen. Ich möchte den Nießbrauch zur Zeit nicht ausüben, sondern nur im Bedarfsfall (Pflege) Wie ist die steuerlich zu bewerten, wenn dies m öglich ist.
  • Hallo Herr Dr.Steiner, noch eine Frage zum Berliner Testament wenn wir beide ohne Kinder uns als Alleinerbe eingesetzt haben, jedoch das Testament ergänzen wer von
    den Geschwistern was Erben soll: Muss der Hinterbliebene sofort nach dem Todesfall das Erbe auszahlen oder kann man auch festlegen, dass es erst in Kraft treten soll wenn auch der andere Partner verstirbt.
    Ich danke ihnen sehr für die Antwort
  • @Johnneum: Formell ist alles in Ordnung, wenn einer geschrieben und beide unterschrieben haben. Ich empfehle Ihnen, ein solches Testament aber durch einen Fachmann überprüfen zu lassen, weil gerade die Pflichtteilstrafklausel in der Formulierung nicht einfach ist und man viel falsch machen kann.
  • @Eppan: Ja, in der Tat, denn sie sind ja beim ersten Erbfall enterbt. Um Ihnen dies zu vergällen, baut man in das Berliner Testament häufig noch eine sog. Pflichtteilstrafklausel ein, wonach derjenige, der beim ersten Erbfall einen Pflichtteil fordert, auch beim zweiten Erbfall nur den Pflichtteil erhält.
  • @GeorgAigner: Ob Ihre Frau tatsächlich Miteigentümerin aufgrund der Eintragung geworden ist, entscheidet sich nach portugiesischem Recht. Dies kann ich nicht beurteilen. Zu dieser Frage müssen Sie sich entweder an ein Universitätsinstitut für internationales Recht oder an einen portugiesischen Anwalt wenden.
  • Sehr geehrter Herr Dr. Steiner,
    mein Bruder ist psychisch krank und daher schon verrentet. Er lebt bei meinen Eltern und sie möchten, dass er nach ihrem Tod versorgt ist. Kann man auch bei psychischen Erkrankungen ein Testament für "Behinderte" verfassen, wie sie es vorhin in der Sendung erwähnt haben oder gibt es da etwas eigenes?
    Vielen Dank,
    Edith Sotriffer
  • Meine Eltern haben ein Testament auf Gegenseitigkeit gemacht mit dem Zusatz, wenn einer von uns seinen Pflichtteil nach dem Tode des zuerst Verstorbenen geltend macht, auch im Falle des zuletzt Verstorbenen nur der Pflichtteil ausgezahlt werden soll.
    Meine Mutter ist mittlerweile verstorben.
    Meine Schwester wurde zu der Zeit wg. Verwarlosung richterlich unter Betreuung gestellt.
    Die Betreuerin hatte durch eine Anwältin den Pflichtteil für meine Schwester beantragt mit der Begründung, das Sozialamt würde Harz4 nicht bewilligen, wenn Aussicht auf ein Erbteil besteht.
    Mein Vater hat daraufhin den Pflichtteil ausgezahlt.
    Meine Frage:
    Ist der Zusatz im Testament bzgl. des Pflichtteils im Fall des Todes meines Vaters weiterhin gültig, da meine Schwester ja nicht "freiwillig" den Pflichtteil beantragt hat?
    Meine Schwester lebt z.Zt. von dem ausgezahlten Erbe und steht nicht mehr unter Betreuung.
  • Lieber Herr Steiner
    ---------------------------
    Mein Vater wurde vor ca. 30 Jahren in der damaligen DDR ermordet und eine Aufklärung des Falles ist nie möglich geworden und auch wohl verhindert worden.

    Meine Mutter hat nichts von seinem Vermögen oder Nachlass an uns Kinder weitergegen und sehr viel geschwiegen. Leider.

    Frage:
    ------
    - besteht ein Rechtsanspruch auf Nachlass jeder Art wie Geld und Sachwerte?

    Vielen Dank im voraus. Baerbel Pawlik.
  • Meine Tochter ist verheiratet ohne Ehevertrag. Wie kann ich ihr Geld schenken, ohne dass es in die Zugewinngemeinschaft eingeht? Ich möchte ,dass sie im Fall einer Trennung alleiniges
    Zugriffsrecht auf dieses Geld
    hat?
    Herzlichen Dank für Ihre Antwort!
  • @leonarda: In der Tat ist auf einen Erbfall der geschilderten Konstellation das Recht des jeweiligen US-Bundesstaates anzuwenden. Dort gibt es meist keine Pflichtteilsansprüche. Wenn das dortige Gericht von Ihrer Existenz überhaupt weiß, wird es Sie daher allenfalls zur Gültigkeit eines Testaments anhören.
  • @MarionSchmidt: Wir können natürlich nicht alle Konstellationen durchspielen, aber das Wichtigste: Gegenüber Stiefeltern gibt es kein gesetzl. Erbrecht, d.h. für Ihren Mann muss unbedingt ein Testament errichtet werden, wenn Ihre Tochter ihn beerben soll. Erbschaftssteuerlich ist dies übrigens auch günstig, denn anders als im Erbrecht sind Stiefkinder im Erbschaftssteuerrecht den leiblichen Kindern gleichgestellt (insbes. Freibetrag von 400.000 Euro). Wenn Sie also etwas aufgrund eines Testaments erben, so zahlen Sie bis zu dieser Höhe keine Erbschaftssteuer.
  • Sehr geehrter Herr Dr. Steiner,
    von meiner Freundin, verstorben am 09.12.2007, habe ich eine Wohnung mittels eines Vermächtnisses geerbt. Zu dieser Zeit war noch der Einheitswert für die Berechnung der Erbschaftssteuer gültig. Bei mir wurde der Verkehrswert zugrunde gelegt. Ein Anwalt, bei dem ich einige Jahre später mein Testament machte, sagte mir, dass der Einheitswert gültig gewesen wäre. Was stimmt nun.
    Vielen Dank für Ihre Prüfung. Marianne Schlund
  • Bruder + Mutter gegenseitig bevollmächtigt(Vorsorgevollmacht). Mutter lebt nicht mehr (26.6.15+) - Bruder nicht mehr ansprechbar/n.handlungsfähig::Hat jetzt amtl. Betreuer. Die Wohnung d Mutter gehört meinem Bruder. Wir anderen 3 Geschwister dürfen nicht mehr in die Wohnung. Wir brauchten keinen Erbschein - es war alles schon verschenkt.
    Mein Bruder hat nichts mehr zu sagen - die Betreuer "wühlen in der Wohnung, die meine Mutter bewohnte.
    Bruder sagte mir jetzt pers., dass er die Betreuung (+ den ausgesuchten RA) nicht will, nun Vermögenssorge selbst machen könne. J e d o ch : neuer Beschluss
    Betreuer bleiben + jetzt dieser RA dazu.
    Ich wurde ohne Anhörung (Betreuerwechsel am 19.8.15 f. mich angeregt) abgelehnt.
  • ich habe 4 leibliche Kinder aus 2 Ehen, war 3 mal verheiratet (die 1. Ehe war kinderlos), wie ist das mit der gesetzlichen Regelung wenn ich kein Testament habe?
  • @Lisa: Er erbt nicht alles, sondern es kommt zur gesetzlichen Erbfolge, aber im Ehevertrag der Gütergemeinschaft könnte eine sog. fortgesetzte Gütergemeinschaft vereinbart worden sein.
  • @MargotBuchheit: der Pflichtteil spielt erst nach dem Erbfall eine Rolle. Vorher haben Sie keinerlei Rechte. Bei der Berechnung des Pflichtteils werden auch Schenkungen berücksichtigt, die bis zu zehn Jahre vor dem Erbfall stattfanden (sog. Pflichtteilsergänzungsanspruch). Ganz wichtig aber: Die Frist läuft nicht, wenn sich der Erblasser, wie dies häufig geschieht, bei der Schenkung wesentliche Rechte (Wohnungsrecht, Nießbrauch) vorbehalten hatte. In Ihrem Fall könnten also auch lange zurückliegende Schenkungen beim künftigen Erbfall noch mitzählen.
  • lieben Dank,noch eine Zusatzfrage. Zur Fälschung,verjährt das nach 30 jahren wenn man den Anspuch nicht stellt bis dato. Oder genügt es mit dem Tod meines Vaters.
  • @Steinberger: Ja. Den Erblasser muss man nicht mal kennen, um ihn beerben zu können. Wahrscheinlich wird er allerdings ein Testament errichtet haben, in dem er Sie enterbt hat. Dann bleibt Ihnen aber der Pflichtteil.
  • Guten Tag Herr Dr. Steiner,
    mein Mann hat ein nichteheliches Kind, geboren 1980. Er hat ein Einfamilienhaus mit in die Ehe gebracht. Dieses Haus hat er mir 1998 übertragen. Hat das nichteheliche Kind hierauf einen Erbanspruch?
  • Hallo, Herr Dr. Steiner,
    haben bei einem Berliner Testament 2 Kinder bereits nach dem Vorerbefall einen Pflichtteilsanspruch?
    MfG
  • @TomHacker: Die Schenkung ist derzeit voll wirksam, nach dem Erbfall kommen aber Ansprüche wegen sog. beeinträchtigender Schenkung in Betracht. Die Einzelheiten sind höchst kompliziert und streitträchtig. Sie sollten sich in jedem Fall von einem Fachanwalt für Erbrecht beraten lassen.
  • Hallo, mein Vater ist vor drei Jahren verstorben und hat in seinem Testament meine Mutter eingesetzt (Berliner Testament?). Seit dem Tod meines Vaters ist meine Mutter dement und ein Pflegefall. Wir sind sechs Geschwister von denen 2 (die in der Nähe wohnen) sich eine Generalvollmacht ausstellen ließen. Meine bevollmächtigten Geschwister möchten unser Elternhaus (in welchem meine Mutter bis zu ihrem Umzug ins Pflegeheim lebte) nun schnellstmöglich verkaufen. Zu diesem Zweck ließ mein bevollmächtigter Bruder ein Wertgutachten erstellen (Ortstermin fand im Beisein des anderen Kaufinteressenten und seines Vaters statt was ein "Geschmäcke" hat wie ich finde). Er möchte zusammen mit dem Sohn meiner bevollmächtigten Schwester, unser Elternhaus erwerben. Nachdem ich über den geplanten Verkauf (bzw. das Erwerbbestreben meiner Anverwandten) des Hauses informiert wurde, habe auch ich mein Kaufinteresse des Hauses, meinen Geschwistern mitgeteilt.
    Eigentlich ging ich bisher davon aus, dass vor einem Verkauf des Elternhauses, diese erst einmal auf dem freien Markt angeboten werden sollte, da hier mit Sicherheit ein höherer Preis zu erzielen wäre (das Haus ist zwar in keinem guten Zustand, steht aber auf einem sehr attraktiven Grund). Dient der Erlös ja dem Unterhalt und der Versorgung/Pflege unserer Mutter und verlangt dementsprechend unbedingt ein Handeln im wohlverstandenen Interesse von ihr.
    Nachdem mein Bruder und meine Schwester sich einst von den Beschränkungen des § 181 BGB befreien ließen, ist nun eine etwas seltsame Situation aufgetreten, welche mich nicht nur sehr nachdenklich stimmt, sondern direkt Sorgen bereitet und mich das Schlimmste vermuten lässt. Zumal ich auf mein geäußertes Interesse am Hauskauf keinerlei verwertbare Reaktion meiner Geschwister erhalten habe. Es stellt sich mir die Frage, ob die Freistellung von § 181 BGB hier so

    überhaupt in Ordnung ist und ob ich irgendeine Möglichkeit habe, meine Interessen (dies ist auch, dass die beiden Verwandten das Haus nicht übernehmen) zu wahren? Vielen Dank für Ihre Antwort.
  • Lieber Herr RA Dr. Steiner,

    ich bin mit 3 weiteren Geschwistern nach dem Tod meines Vaters Pflichtteilsberechtigter: Eine ebenfalls pflichtteilsberechtigte Schwester ist 1966 nach den USA ausgewandert.

    Nach dem Tod des Vaters hatte nun die Erbin unsere Pflichteil zu 2/3 an mich und meine Schwester 1 ausbezahlt. Die Schwester 2 ist nichts ausfindig zu machen, auch ist unklar, ob sie überhaupt noch lebt.

    Meine Frage: Wer hat die Beweislast für das Erleben des Erbfalls beim Pflichteilsberechtigten? Kann die Erbin den Anteil der Schwester2 auf ewig zurückhalten?

    Danke ggf. für Ihre Antwort und Kompliment die Sendung war ein echtes Highlight!

    Ihr Peter Merliner
  • @ErikaRauh: Mit dem Testament haben Sie schon das Bestmögliche getan, denn der Pflichtteil beträgt ja nur die Hälfte des gesetzlichen Erbteils, vorliegend also nur ein Viertel. Zudem könnte Ihr Mann Ihnen das Haus zu Lebzeiten überschreiben, allerdings kann dies Pflichtteilsergänzungsansprüche im Erbfall auslösen, die aber oft geringer sind, als der eigentliche Pflichtteil. Sie sollten sich in jedem Fall von einem Fachanwalt für Erbrecht beraten lassen.

  • Lieber Herr Steiner,
    --------------------
    bitte geben Sie noch einmal freundlicherweise Zusatzauskunft zu Ihrer dankbaren gegebenen Antwort:

    Frage war:
    ----------
    Meine Mutti ist vor 10 Monaten durch Herzinfarkt plötzlich verstorben.
    Von der Mutti wurde ein Bausparvertrag vererbt.
    Als Begünstigter unter 3 Kinder wurde mein Bruder im Bausparvertrag angegeben, durch meine Mutter bei Abschluss vor 10 Jahren, im Vertrag.

    Haben wir 2 Kinder Anspruch auf einen Anteil?.
    Zusatzfrage:
    ------------
    Meine Schwester sagt, sie besitzt ein kurzes handgeschriebenes Testament (ca. 6 Jahre alt) wonach alle 3 Kinder das gesamte Sparvermögen auf allen Konten zu gleichen Teilen erben sollen.

    Frage:
    -----
    ... geht alles Ersparte meiner Mutti durch 3 Teile oder bleibt nur der Plichtanteil eines Bausparvertrages?.

    Vielen Dank im voraus. W.Tertel
  • @GiselaS.: Es laufen zwei AfA-Reihen, einen für den geerbten Teil und eine für den hinzugekauften Teil.
  • @Müller: Wenn das Testament ihrer Mutter tatsächlich gefälscht wurde, dann kommen tatsächlich noch für 30 Jahre ab dem Erbfall. Ansprüche auf Rückgängigmachung in Betracht.
  • Sehr geehrter Herr Dr. Steiner,
    meine Schwiegermutter ist verstorben, von den drei Kindern (2 Töchter, 1 Sohn) leben noch die beiden Töchter.
    Die Erblasserin hat ein Haus hinterlassen, jedoch kein Testament.
    Ihre drei Kinder haben ihr zu Lebzeiten den Nießbrauch aus dem Erlös eines Grundstückes gewährt, den sie auch längere Zeit nachweislich genutzt hat. Entgegen der (mündlichen) Nießbrauch-Vereinbarung wurde die Schwiegermutter jedoch plötzlich vertragsbrüchig und vermachte das ihr überlassene Vermögen klammheimlich allein ihrem Sohn.
    Können die Töchter einen Erbschein beantragen, bei dem der Sohn des verstorbenen Sohnes als Erbe ausscheidet, da die Erbmasse den ursprünglichen Anspruch der Töchter unterschreitet?
  • @barbara: Gar keinen. Geschwister haben nie einen Pflichtteilanspruch.
  • Ich habe leider nicht die ganze Sendung am Radio verfolgen gekonnt ! Meine Frage. Ich bin verheiratet und habe mit meiner Ehefrau schon vor einiger Zeit ein handschriftliches Berliner Testament verfasst in dem wir uns im Todesfall gegenseitig als Erben eingesetzt haben. Reicht diese persönliche Schriftstück ? oder müssen wir zu einem Notar.? wir haben die Kinder von einem späteren Erbe ausgeschlossen, wenn im Todesfall, einer auf sein Pflichteil beharren würde.
  • Mein Mann und ich haben ein gemeinsames, handschriftliches Testament, worin wir uns gegenseitig zum Alleinerben einsetzen.
    Meinem Mann gehört das Einfamilienhaus, in dem wir leben - er ist im Grundbuch alleine eingetragen (Geschenk seiner Eltern).
    Wir haben eine Tochter.
    Ich hörte von Ihnen vorhin, dass grundsätzlich das Kind/die Kinder nach Versterben eines Elternteils die Hälfte erben. Damit müsste ich z. B. das Haus verkaufen. Ebenso würde unsere Tochter die Hälfte unserer Ersparnisse erben. Da wir sehr wenig Rente haben, sind die Ersparnisse für unser Alter gedacht. Dann wäre das Einsetzen als "Alleinerben" ohne Sinn. Können Sie uns einen Rat geben? Evtl. das Haus auf beide umschreiben lassen? Danke und Grüße aus Nürnberg
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